Die Kattenvenner Bachnamen

Von Dr. Christof Spannhoff

Das Gebiet Kattenvennes wird von drei größeren Bächen durchflossen: dem Riedenbach im Süden, dem von diesem etwas nördlicher verlaufenden Bullerbach und dem Mühlenbach im Norden. Das Einzugsgebiet des Kattenvenner Gewässersystems umfasst den Westteil der Kattenvenner Flachmulde. Die maßgeblichen Gewässer fließen in Ost-West-Richtung und verbinden sich im Westen Ladbergens zur Glane. Diese fließt wiederum bei Hembergen in die Ems. Somit entwässert das gesamte Kattenvenner Oberflächengewässersystem zur oberen Ems hin.[1]

Riedenbach

Der Riedenbach entspringt in der Meckelweger Mark und bildet auf rund anderthalb Kilometern die Grenze zwischen den Gemeinden Lienen (Kreis Steinfurt) und Glandorf (Landkreis Osnabrück), bis er schließlich in die Ostbeverner Aa mündet. Aus diesem Grund ist der Name des Baches bereits seit dem 17. Jahrhundert als Punkt zur Kennzeichnung der Grenze zwischen der Grafschaft Tecklenburg und dem Hochstift Osnabrück belegt. 1612 werden als Grenzpunkte sowohl die witte Ride als auch die roite Ride genannt.[2] In einem Grenzverlaufsprotokoll vom Ende des 17. Jahrhunderts ist dann von einem „Platz zwischen der Roden Riede und Riesen Kempen“ die Rede.[3] Noch im Übersichtsplan zum Urkataster 1829 heißt ein Flurstück in Grenznähe zwischen Kattenvenne und Schwege In de Rode Ride.[4] Alle diese Bezeichnungen gehen auf mittelniederdeutsch ride, rie ‚Bach, kleiner Bach, Wasserlauf‘ zurück.[5] Im Idioticon Osnabrugense, einem vom Osnabrücker Gymnasialrektor Johann Christoph Strodtmann (1717–1756) 1756 verfasstem Wörterbuch der Osnabrücker Mundart, heißt es: „rye ein kleiner Bach; dagegen ein großer Bach heißt beke, und ein Fluß vlöte.“[6]

In der Grenzbeschreibung von 1612 benennt die roite Ride allerdings eine Wiese, kein Gewässer: Die Grenze verlief „nider der roiten Riden her (: welche den Herrn von Tecklenburg wissche ist :)“.[7] Dieses Problem lässt sich auflösen, wenn man bedenkt, dass ein Gewässername auch auf die durchflossene Niederung übergehen kann.[8] Das gleiche Phänomen findet sich bei dem Gewässerwort siek(e)[9], das ursprünglich ebenfalls ein fließendes Gewässer bezeichnete, dann aber auf das durchflossene Gebiet übertragen wurde.[10] Die enge Verbindung von Gewässer und Umland (Wiese) im Falle der roite Ride(n) zeigt sich auch darin anschaulich, dass für den Wiesenbau der vormodernen Landwirtschaft ein fließendes Gewässer zur Bewässerung und Düngung notwendig war. Deshalb finden sich noch bis 19. Jahrhundert hinein Wiesen zumeist an Fluss- und Bachläufen. War auch der geregelte Zulauf von Wasser aus den Bächen zur Bewässerung durch mechanische Vorrichtungen erforderlich und gewünscht, so brachten Überschwemmungen zur falschen Zeit häufige Klagen der Anwohner über faulendes Heu und sumpfige Viehweideplätze mit sich. Diese Überflutungen konnten bei flachen Gewässern schon durch einen längeren Regen, starke Schneeschmelze oder durch angespülte Sandbänke und Schlammansammlungen, die das Wasser stauten, entstehen. Ein weiteres Problem war die Vegetation. Überhängende Uferbäume und -sträucher hinderten, insbesondere, wenn sie um- und ins Wasser fielen, ebenso wie Rohr und Schilf den gleichmäßigen Wasserabfluss. Doch auch ein zu hoher Mühlenstau konnte das Wasser über die Ufer treten lassen. Somit waren die Anwohner stets im eigenen Interesse angehalten, die Bäche zu reinigen und instand zu halten. Dazu dienten die regelmäßige Entfernung der Ufervegetation und das Befreien der Fließgewässer von Schlamm und Sandbänken. Zudem schuf eine Befestigung der angrenzenden Nutzflächen mittels Damm oder Wall Abhilfe. Oftmals blieben diese unbeliebten Arbeiten allerdings aus, so dass es wieder zu Überflutungen kam.[11]

Das Grundwort –bach im Namen Riedenbach ist zur näheren Kennzeichnung des Gewässers wohl erst angehängt worden, als die Bezeichnung riede bereits vom Bachlauf auf das Niederungsgebiet übergegangen war.

Bullerbach

Der Bullerbach, der in der Bauerschaft Meckelwege entsteht und westlich der Bahnlinie Münster-Osnabrück in den Ladberger Mühlenbach mündet, fließt anfänglich nördlich des ehemaligen Hofes Ahmann (Meckelwege 5, heute Meckelweger Str. 16) entlang. Man könnte vermuten, dass sich in diesem Hofnamen, der erstmals 1284 als A domus una, Mekelwede auftritt[12], der alte Name des Gewässers erhalten hat (vgl. die in Westfalen sehr zahlreichen Aa-Bäche, etwa die Münstersche Aa, Steinfurter Aa oder Ibbenbürener Aa etc.). Doch bedeutet mittelniederdeutsch â lediglich ‚fließendes oder stehendes Wasser‘.[13] Das Wort geht zurück auf altsächsisch, althochdeutsch aha in gleicher Bedeutung. Altsächsisch, althochdeutsch aha ist die lautliche germanische Entsprechung zu lateinisch aqua ‚Wasser‘ (denn indogermanisch k (qu) wird zu germanisch h). Somit bedeutet â lediglich Wasser. Der Hofname Ahmann besagt also nur, dass die Hofstelle an einem stehenden oder fließenden – im Falle Ahmann an einem fließenden – Gewässer – nämlich dem Bullerbach – gelegen war, nicht, dass dieses Gewässer ursprünglich den Namen *Aa getragen hat. A domus una, Mekelwede[14] ist das ‚Haus beim Wasser‘ oder ‚Haus an einem Bach‘.

a) Der Name Bullerbach lässt sich, nach den bisherigen Erkenntnissen, erstmals im Urkataster von 1828/29 als Bullerbieke und de Bullerbecke[15] Der Name ist ein Kompositum und eindeutig mit dem Grundwort mittelniederdeutsch bike, beke ‚Bach‘ gebildet.[16]

Schwieriger ist die Ermittlung des Bestimmungswortes buller. Eine Erklärungsmöglichkeit besteht im Anschluss an das mittelniederdeutsche Substantiv bulder, buller ‚Gepolter, Getöse‘ als Stammkompositum bzw. an das Partizip Präsens zum mittelniederdeutschen Verb bulderen/bullern ‚poltern, lärmen‘[17] in der zu erschließenden syntagmatischen Wendung *to/bi der bulderenden/bullernden beke ‚zu/bei dem polternden/lärmenden Bach‘, verkürzt durch haplologischen Silbenausfall zu Bullerbeke (der Vorgang des Ausfalls gleichlautender Silben ist in zahlreichen Ortsnamen nachgewiesen worden[18]). Der Bullerbach wäre somit ein ‚Polter- bzw. Lärmbach‘ oder ‚polternder bzw. lärmender Bach‘ gewesen.

Nun ist aber im Niederungsgebiet der Kattenvenner Flachmulde das natürliche Gefälle sehr gering, so dass eine Deutung als polternder oder lärmender Bach nicht überzeugen will, wenn man nicht ein ironisches Benennungsmotiv für einen besonders langsam fließenden Bachlauf, den man scherzhaft oder abwertend als ‚polternd, lärmend‘ bezeichnete, annehmen will. Eine solche Benennung könnte auch beim Staubach in Lienen (seit 2005 in Liene umbenannt[19]) vorliegen, der im Urkataster noch als De Stolte Beeke[20] ‚der stolze Bach‘ bezeichnet wird, obwohl er gar nicht so breit, tief oder besonders wasserführend, also besonders stolt im Sinne von ‚herrlich, stattlich, ansehnlich, schön‘ ist.[21] So hat Edward Schröder festgestellt, dass Gewässer, die als Breit-, Breiten– oder Tiefenbach bezeichnet werden, zumeist nicht sonderlich breit oder tief sind und somit wohl die relative Breite oder Tiefe das ausschlaggebende Benennungsmotiv gewesen sein dürfte.[22]

Möglicherweise unterschied sich die Gestalt des Bullerbaches zum Zeitpunkt der Namengebung auch noch stark von seinem heutigen Erscheinungsbild. Durch die stete mittelalterliche Rodung der Wälder kam es verstärkt zu Erdabtragungen von den gerodeten Flächen, die durch Niederschlag in die Gewässer geschwemmt wurden, wodurch diese immer mehr versandeten.[23] Durch diesen Vorgang könnten sich die geomorphologischen Voraussetzungen für das möglicherweise ursprünglich namengebende ‚Poltern‘ verändert haben und das Geräusch verstummt sein.

b) Doch es gibt noch eine weitere Anschlussmöglichkeit für das Bestimmungswort buller, wenn man den Namen des Kattenvenner Bullerbachs mit dem primären Gewässer- und sekundäre Ortsnamen Bulmke bei Gelsenkirchen vergleicht: Mitte des 12. Jahrhunderts wird der Ort Bulmke als in Bullinbeke, aber auch als de Bullerbeke[24] 1220 heißt die Siedlung dann Bullenbeke.[25] Im Falle Bulmkes meint der Gewässername, der dann an die an ihm liegende Siedlung übergegangen ist, also eindeutig einen ‚Bullenbach‘, zu altsächsisch *bullo ‚Bulle, Stier‘, erschlossen aus früh-mittelenglisch bulle und mittelniederdeutsch bulle ‚Stier‘.[26] Der ‚Bulle‘ findet sich in Flurnamen nicht selten.[27] Auch für Lienen-Höste ist im Urkataster ein Bullbrinks Weg in der Höster Mark an der Grenze zu Lengerich verzeichnet, der eine Flurbezeichnung *Bullbrink voraussetzt.[28] Gesetzt den Fall, dass für den Kattenvenner Bullerbach eine ähnliche lautliche Entwicklung wie im Fall von Bulmke anzunehmen ist und es sich bei der Form de Bullerbeke aus der Mitte des 12. Jahrhunderts nicht lediglich um eine Verschreibung handelt, könnte der Kattenvenner Bullerbach ebenfalls ein „Bullenbach“ gewesen sein. Als semantische Parallelen sind hier die beiden Orte namens Ossenbeck bei Drensteinfurt (um 890 in Ohsanobeki, 1236 de Ossenbeke, zu altsächsisch *ohso, *osso, altniederfränkisch ohso, mittelniederdeutsch osse ‚Stier, Ochse‘[29]) und bei Mecklenbeck (Wüstung; 1426/1427 de kempe upp der Ossenbecke, 1538739 de domo Joannis Ossenbecke) zu nennen.[30]

Zwischen den Formen Bullen und Buller lässt sich – mit Einschränkungen – auch sprachlich im Hinblick auf die Entwicklung der Substantive vermitteln, die den Plural auf –er bilden: Das Pluralsuffix –er geht auf ein ursprüngliches Stammbildungssuffix indogermanisch –es/-os zurück, das in den Kasus (Fällen) des Singulars allgemein geschwunden ist. Im Plural blieb es jedoch erhalten. Das indogermanische Stammbildungssuffix –es/-os entwickelte sich im Germanischen zu –iz/-az, im Althochdeutschen und Altsächsischen zu –ir/-ar und schließlich durch Nebensilbenabschwächung im Mittelhoch- und Mittelniederdeutschen zu –er. Noch im Althochdeutschen und Altsächsischen wird der Plural nur weniger Wörter mit diesem Suffix gebildet: blat, ei, farh (Ferkel), (h)rind, (h)ris (Reis, Zweig), huon, kalb, lamb. Doch nimmt die Zahl der Wörter mit Pluralbildung auf –er nach dem 11. Jahrhundert stark zu. D.h., dass der Plural auf –er auf Wörter übertragen wurde, die zuvor den Plural in anderer Form bildeten. In der Folge standen also zwei Pluralformen nebeneinander, so etwa bei abgot, feld, grab, hâr, holz, hûs, loub, rad. Die Pluralbildung auf –er erfasste sowohl neutrale als auch maskuline Substantive. So erklärt es sich, dass noch heute Schilde und Schilder, Tuche und Tücher, Worte und Wörter u.a. sich gegenüber stehen. Die umlautfähigen Vokale (a, o, u) in der Wortwurzel müssen dabei noch im Althochdeutschen und Altsächsischen durch das Suffix –ir umgelautet worden sein, bevor es in mittelhoch- und mittelniederdeutscher Zeit zu –er abgeschwächt worden ist, z.B. blat : bletir (Blatt : Blätter), lamb : lembir (Lamm : Lämmer).[31] Denn ein –i– in der Nebensilbe bewirkte die Angleichung des Vokals der Stammsilbe (vgl. Erde : irdisch; recht : richtig; Kraft : kräftig; Macht : mächtig; Haus : häuslich; Not : nötigen). Das umlautende Element kann dabei zu e abgeschwächt worden oder ganz weggefallen sein und ist dann nur noch an seiner Wirkung festzustellen (alt : älter; Hand : Hände [alt: hendi]).[32] Somit könnte auch der mittelniederdeutsch bulle ‚Bulle, Stier‘ zwei Pluralformen gebildet haben: bullen und *buller. Die zweite Form *buller hätte dann dem Gewässernamen Bullerbach zuvor gelegen. Jedoch ergibt sich aus den oben geschilderten Lautwandelprozessen das Problem, dass eine zu erschließende Pluralform *bullir zu *büller umgelautet worden wäre und sich somit die Form *Büllerbecke, *Büllerbach ergeben haben müsste. Eine Büllbecke ist etwa in einer Grenzbeschreibung aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für Lienen-Holperdorp belegt.[33] Doch kann man diesem Problem begegnen, wenn man annimmt, dass der Plural *buller des Wortes mittelniederdeutsch bulle in Analogie zu den oben genannten Beispielen entweder erst gebildet wurde, als das Pluralsuffix bereits von –ir zu –er abgeschwächt worden war, oder dass der mögliche Plural *buller auf die Weiterentwicklung des alten Stammbildungssuffixes –os zurückgeht, das zu –ar und schließlich zu –er wurde und somit keinen Umlaut bewirkte (im Gegensatz zu –es > –ir > –er), also *bull-ar-beke anstatt *bull-ir-beke.[34] Gleiches muss für die zweite Pluralform*wulver, die neben wulve, wolve zu mittelniederdeutsch wulf, wolf ‚Wolf‘[35] gehört, gelten.[36] Sie muss zwingend aus einschlägigen Flurnamen wie Wulverlieth, Wulverdiek, Wulversiek, Wulversump usw. erschlossen werden.[37]

Ein weiteres Problem besteht darin, dass das Wort bulle nach der schwachen n-Deklination flektiert.[38] Zu den Wörtern, die den Plural auf -er bilden, gehören aber wohl nur solche, die den starken Deklinationsklassen angehören und im Nominativ Singular nicht auf –e auslauten. Damit fiele mittelniederdeutsch bulle eindeutig aus und eine Plural-Form auf –er (*buller) wäre nicht zu erwarten. Möglicherweise ist aber neben der erschlossenen Form altsächsisch *bullo aus der durch Endsilbenabschwächung mittelniederdeutsch bulle entstand, noch eine Nebenform altsächsisch *bull anzunehmen (wegen altenglisch bull-uca ‚Stierkalb‘. Vgl. auch: Bullochse, Bullauge, Bulldogge).[39] Diese Form läge dann auch der Büllbecke in Lienen-Holperdorp und dem *Bullbrink in Lienen-Höste (s.o.) sowie den Flurnamen Bullhouk in Westerkappeln[40] (zu mittelniederdeutsch hook ‚Ecke, Winkel‘[41]) zuvor. Diese Form *bull könnte dann analog zu mittelniederdeutsch wulf, wolf ‚Wolf‘ einen Plural auf –er gebildet haben (s.o.). Vielleicht kam im Falle *bull auch der Einfluss der Wörter Rind und Kalb hinzu, die ebenfalls Mitglieder der Hornviehfamilie bezeichnen und ihren Plural auf –er bilden (s.o.). Noch im Mittelhochdeutschen werden vorwiegend Pflanzenteil- und Tierbezeichnungen mit er-Plural gebildet.[42]

Als weiterer möglicher Vergleich bietet sich in dieser Frage das Wort Mann an, von dem die Pluralformen Männer und Mannen gebildet wurden. Dies würde exakt zu einem Nebeneinander von mittelniederdeutsch buller und bullen passen. Damit gehörte das Wort *bull womöglich nicht zu den n-Stämmen, sondern ursprünglich zu einem Rest älterer Bildungen.[43] Ein endgültiger und unwiderlegbarer Beweis kann in dieser Frage allerdings nur durch das Auffinden eines Belegs der Plural-Form *buller für ‚Bullen, Stiere‘ in den mittelniederdeutschen Texten erbracht werden.

Möglicherweise gehört in diesen Kontext auch der Flurname Bullenberg bei Unterstedt (Kreis Rotenburg/Wümme), der 1692 als Bullerberg erscheint. Ulrich Scheuermann sieht allerdings den alten Beleg als maßgeblich an und vermutet in der rezenten Form eine Umdeutung. Den Beleg Bullerberg schließt er an mittelniederdeutsch bulderen ‚poltern‘ an, das im neuniederdeutschen mehrfach in der verengten Bedeutung ‚donnern‘ bezeugt sei. Deshalb stellt er den Bullerberg zu den Donnerbergen, die in Süd- und Westdeutschland vorkommen.[44] Ebenfalls zu niederdeutsch bullern, mittelniederdeutsch bulderen ‚poltern, lärmen‘ bzw. buller (< bulder) ‚Gepolter, Getöse‘ stellt Pierre Hessmann den Namen Bullerberg bei Westerholz (Kreis Rotenburg/Wümme), der höchsten Erhebung des Kreises. Er sieht diesen Befund in Zusammenhang mit abergläubischen Vorstellungen von Poltergeistern oder lärmenden Geisterschwärmen. Zudem verweist er auf die Sage, nach der man aus einer der am Berg nachweisbaren Wolfsgruben die Stimme eines Sängers oder einen Geiger gehört haben will.[45] Sowohl Scheuermann als auch Hessmann erwägen zur Erklärung des Nebeneinanders der Formen buller und bullen in ihren Belegen nicht die Möglichkeit von zwei Pluralformen zu mittelniederdeutsch bull, bulle.

c) Ferner weisen Hessmann und Scheuermann – allerdings ohne Nachweis – auf eine ihrer Meinung nach „beachtenswerte Konkurrenzdeutung“ im Hinblick auf die im Kreis Stade vorkommenden mehreren Bullenseen hin, die auf angeblich mittelniederdeutsch [*]buller ‚Landbildung mit Wachstum von Schilf‘ bzw. ‚Bezeichnung für ein bestimmtes Stadium der Landbildung, der Aufhöhung von Anschwemmungen, Sänden [!], bei dem sich bereits Wachstum von Schilf zeigt‘ zurück gehen.[46] Diese Bedeutung wird dem Wort Buller im Mittelniederdeutschen Handwörterbuch von Agathe Lasch und Conrad Borchling zugeschrieben.[47] Allerdings ist auch hier kein Quellenbeleg angeführt. Somit hat es den Anschein, dass hier wiederum der methodisch nicht zulässige Zirkelschluss von der topographischen Gestalt der Seen auf die Bedeutung des Bestimmungswortes gezogen worden ist.

Doch hilft dieser Hinweis Hessmanns und Scheuermanns trotzdem weiter. Denn es stellt sich nun die Frage, woher die Bedeutungszuweisung für das Wort buller als ‚Bezeichnung für ein bestimmtes Stadium der Landbildung, der Aufhöhung von Anschwemmungen, Sänden [!], bei dem sich bereits Wachstum von Schilf zeigt‘ rührt. Das hier beschriebene Stadium der Landbildung am Rand von Gewässern ist durch die Ufervegetation bedingt. Der Bewuchs an Rand und Ufer ist es, der den Wasserfluss hemmt, Schlamm und Sand festhält und so zur Aufhöhung von Anschwemmungen führt. Deshalb liegt es nah, in diesem Fall von einer Übertragung der Benennung von einem Partner in einem Gefüge auf einen anderen Teilhaber desselben Gefüges auszugehen (Metonymie). Diese „Berührungs-Übertragung“ kommt sehr häufig vor, etwa bei Autor und Werk (Bsp.: Duden) oder z.B. sehr anschaulich beim Wort Zaun: germanisch und altsächsisch *tûn, mittelniederdeutsch tûn, althochdeutsch zûn bedeutet ‚Zaun‘. Das entsprechende englische Wort town bezeichnet hingegen den ‚gehegten Wohnplatz‘ und später die ‚Stadt‘, also das Gebiet, das von dem Zaun umgeben wurde. Auch im Niederländischen ist die Bedeutung des Wortes tuin von der Einfriedung auf den eingefriedeten Bereich, den ‚Garten‘, übergegangen.[48] Somit ist anzunehmen, dass die Bedeutung des Wortes buller ‚Anschwemmung von Sand, verlandeter Bereich‘ eine Übertragung von der dort wachsenden Wasserpflanze ist. Es muss also eine Pflanze geben bzw. gegeben haben, die buller genannt wurde. Die Gewässer mit dem Bestimmungswort buller wären dann nach dieser Pflanze benannt worden, die an ihrem Ufer wuchs. Diese Annahme findet konkreten Anhalt darin, dass es zahlreiche Pflanzen mit einem Namenbestandteil buller gibt. Neben Komposita wie Bullerblatt (Petasites hybridus = Gewöhnliche Pestwurz, Bach- oder Rote Pestwurz), Bullerblume (Silene inflata = Taubenkropf-Leimkraut), Bullerbohne (Phaseolus vulgaris = Gartenbohne, grüne Bohne oder Fisole), Bullerdistel (Eryngium campestre = Feld-Mannstreu), Bullerjan (Aegopodium podagraria = Giersch; Lycopus europaeus = Ufer-Wolfstrapp; Petasites hybridus = s.o.; Valeriana officinalis = Echter Baldrian), Bullerkraut (Petasites hybridus = s.o.), Bullerwicke (Vicia villosa = Zottige Wicke) kommt die Pflanzenbezeichnung Buller auch als Simplex vor (Vicia cracca = Vogel-Wicke; Vicia dumetorum = Hecken-Wicke). Daneben wird noch regional zwischen den Benennungen Feiner Buller (Lythrum salicaria = Gewöhnlicher Blutweiderich; Stachys palustris = Sumpf-Ziest), Krauser Buller (Eupatorium cannabium = Gewöhnlicher Wasserdost) und Roter Buller (Epilobium hirsutum = Zottiges Weidenröschen) unterschieden.[49] Theoretisch könnten alle diese Pflanzen namenbildend gewesen sein. Zur näheren Kennzeichnung eines Gewässers kommen aber wegen ihrer Verbreitung und ihres bevorzugten Standorts nur folgende Gewächse in Betracht: die Gewöhnliche Pestwurz, Bach- oder Rote Pestwurz (Petasites hybridus), der Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus), der Echte Baldrian (Valeriana officinalis), der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria), der Sumpf-Ziest (Stachys palustris), der Gewöhnliche Wasserdost (Eupatorium cannabium) und das Zottige Weidenröschen (Epilobium hirsutum). In diesem Fall wäre der Bullerbach nach seinem Uferbewuchs mit der Pflanze Buller benannt worden. Im Naturschutzgebiet „Feuchtwiesen am Bullerbach“ (ST-087) kommen noch heute vier der oben genannten Pflanzen vor: Echter Baldrian (Valeriana officinalis), Giersch (Aegopodium podagraria), Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus), Wasserdost (Eupatorium cannabinum).[50]

Der Pflanzennamenbestandteil buller geht dabei nach Heinrich Marzell wiederum auf mittelniederdeutsch bullern, bulderen ‚poltern, lärmen‘ bzw. buller, bulder ‚Gepolter, Lärm‘ (s.o.) zurück. Marzells Anschluss lässt sich dadurch bestätigen, dass der Namenbestandteil buller bei den gleichen Pflanzen in anderen Regionen mit mittelniederdeutsch doner, donner, duner, dunner, donre, dunre, donder ‚Donner‘[51] wechselt. Somit ergibt sich die Gleichung buller = donner. Doch warum ist eine Pflanze nach einem krachenden, mahlenden oder rollenden Geräusch benannt, das von einem Blitz während eines Gewitters erzeugt wird? Marzell führt zur Erklärung folgende Übertragungsmöglichkeiten an: Zum einen sollen diese Kräuter im vormodernen Volksglauben zu Abwehrversuchen von Gewittern verwendet worden sein, weswegen sie auch Blitzkraut genannt wurden[52], zum anderen könnten die Blütenfarben an den Blitz oder die Blüten und Blütenstände selbst an die Wolkenbildung kurz vor einem Gewitter erinnert haben. Aus diesem Grund wurden die Buller-Pflanzen vielfach auch Himmelstürme genannt, eine Bezeichnung, die sich eindeutig auf die Wolkenform bezieht.[53] Zum dritten handelt es sich bei Buller-Pflanzen um für den Landwirt lästige Vegetation (z.B. im Getreide). Möglicherweise wurden die Pflanzen als durch Gewitter entstanden betrachtet oder als Unkraut als genauso unnütz wie Unwetter angesehen.[54] Zum vierten führt Marzell die sinnverwirrende und berauschende Wirkung der Pflanzen oder einiger Pflanzenteilen auf den Menschen bei deren Verzehr an. Dadurch konnte der Mensch aufbrausend, ungestüm und unkontrolliert, also bulderne ‚polternd, lärmend‘[55] werden.[56]

Die Benennung eines Gewässers nach der Vegetation an dessen Rand ist durchaus nichts Ungewöhnliches. Das zeigen z.B. einige Ortsnamen, die auf ein Gewässer zurückgehen: Aplerbeck bei Dortmund, 889 in Afaldrabechi, 12. Jahrhundert Apelderbeke, zu altsächsisch *apuldra ‚Apfelbaum‘. – Hasselbeck bei Ratingen, um 900 in Hasalbeki, zu altsächsich hasal ‚Haselstrauch‘. – Heisterbach bei Königswinter, etwa 1175 in Heistrebach, zu mittelniederdeutsch heister, hêster junger Baum in Niederwald-Wirtschaft‘. – Hülsbeck bei Hetterscheidt, 875 Hu(i)lisbeke, um 1150 de Hulsebeke. – Hülsbeck bei Elberfeld/Wuppertal, 1312 de Hulsbeke, zu altsächsisch *hulis ‚Dornstrauch, Mistel‘, mittelniederdeutsch huls ‚Eibe, Dornbusch‘. – Mintenbeck bei Lüdenscheid, 12. Jahrhundert de Mintinbeke, zu altsächsisch minta, mittelniederdeutsch minte ‚Minze‘. – Rietberg an der Ems, 1100 de Rietbike, zu altsächsisch hriod, mittelniederdeutsch ried, riet, rêd ‚Riedgras‘.[57]

d) Eine vierte Möglichkeit zur Erklärung des Gewässernamens Bullerbach besteht im Anschluss an einen Hof- und/oder Familiennamen Buller, wie es nach Gunter Müller und Bärbel Wagner im Fall des Bullerdieks Bullerteichs und der Bullerbiäke in Westerkappeln der Fall gewesen sein dürfte. Hier ist nämlich bereits seit dem 14. Jahrhundert ein Hof bzw. eine Familie namens Buller nachweisbar.[58] Allerdings ist auffällig, dass die Westerkappelner Namen – wenn hier wirklich der Familienname Buller zuvor liegen sollte – nicht in der zu erwartenden Form *Bullersdiek, *Bullersbach mit einem im Genitiv flektierten Bestimmungswort erscheint. Hinzu kommt, dass wohl nicht alle Bullerbäche in Westfalen (neben dem Kattenvenner Bullerbach: ein Bollerbach bei Höxter, Istrup und Herste; ein Bullerbach, eine Bullerbeck oder Bullerbeeke bei Heepe, Ilvese und Döhren; ein Bollerborn bzw. Bullerborn u.ä. bei Altenbeken, Kallenhardt und Warstein; ein Bullerdiek, Bullerteich bei Warstein und Ampen[59]) mit dem Hof- und Familiennamen Buller zusammen hängen können, wenngleich dieser Name öfter begegnet.[60] Es ist allerdings festzuhalten, dass sich in Lienen ein Hof- oder Familienname Buller für das 19. Jahrhundert, als der Name Bullerbieke erstmals erscheint (1828/29), und für die Zeit davor nicht nachweisen lässt.[61]

Möglicherweise wurde der Hof- und Familienname in Westerkappeln aber auch umgekehrt durch den Gewässernamen motiviert. Das Zweitglied könnte in diesem Fall entfallen sein. Oder beide – Gewässer- und Hof- bzw. Familienname – gehen ebenfalls auf die Pflanzenbezeichnung buller zurück.

e) Das von Wilhelm Wilkens – wohl in Anlehnung an Hans Bahlow[62] – vorgeschlagene „prähistorische“ Wasser- bzw. Sumpfwort bul/bol zur Erklärung des Namens Bullerbach als ‚Wasser- bzw. Sumpf-Bach‘ ist weder im appellativischen Wortschatz bezeugt, noch kann es lautgesetzlich erschlossen werden. Zudem begründet Wilkens seine Deutung nicht näher, sondern behauptet den Zusammenhang lediglich. Das Wasser- bzw. Sumpfwort bul/bol hat also weder einen historischen noch einen sprachlichen Anhalt und muss deswegen fern bleiben.[63]

Somit bleiben – mit Einschränkungen – vier Möglichkeiten zur Erklärung des Namens Bullerbach: Entweder handelte es sich um einen ‚Polter- bzw. polternden Bach‘, um einen ‚Bullenbach‘, um einen Bach, der nach einer am Ufer wachsenden Pflanze namens Buller benannt wurde oder um einen Bach, der in einer Beziehung zu einer Familie namens Buller steht.

Von allen diesen Möglichkeiten erscheint aufgrund der topographischen Gegebenheiten, sprachlichen Schwierigkeiten und fehlenden historischen Nachweise als Benennungsmotiv wohl die Uferpflanze Buller am Wahrscheinlichsten und Naheliegendsten zu sein. Der Bullerbach dürfte also der an seinem Ufer mit der Sumpfpflanze Buller bewachsene Bach sein.

Mühlenbach

Im Gegensatz zum Bullerbach ist der Name des Gewässers Mühlenbach heute noch ohne Probleme verständlich. Das Bestimmungswort ist neuhochdeutsch Mühle, das Grundwort neuhochdeutsch Bach. Die namengebende Mühle dürfte die „Neue Mühle“ (heute Baumhöfner, Kattenvenner Str. 88) sein. Eine ältere niederdeutsche Form mit mittelniederdeutsch mole ‚Mühle‘[64] und mittelniederdeutsch beke, bike ‚Bach‘[65] ist nicht überliefert. Bereits im Urkataster ist der Bach als Mühlenbach verzeichnet.

Der Name bezieht sich auf den vom Stauteich der „Neuen Mühle“ in westliche Richtung fließenden Bachlauf. Der Mühlenteich diente ursprünglich nicht nur als Staubecken, sondern auch als Fischteich (um 1685).[66] Der von Osten kommende Zufluss des Stauteichs wird als die „Aa Bieke od[er]. Flakendieks Bieke“ bezeichnet.[67] Über den Aa-Bach (zur Erklärung des Namens siehe: Abschnitt Bullerbach) heißt es in einer „Topographische[n] Beschreibung der Gemeinde Lienen von 1817“: „Die im hiesigen Bezirck vorhandenen Bäche und Flüsse sind von keiner großen Bedeutung. Der Hauptfluß ist der so genannte Ahbach[68], welcher in dem Osnabrückschen Kirchspiele Glane ohnweit Iburg entspringt; er fließt an der Südseite[69] der Länge nach durch die hiesige Gemeine nach Ladbergen und ergießt sich zuletzt in der Gegend von Greven in die Emse. Derselbe ist aber eben so wenig schiffbar als flösbar, und wird’s, auch selbst die ungeheuren Kosten womit dieses verknüpft sein würde, abgerechnet, schon aus dem Grunde nicht gemacht werden können, weil derselbe bei nur einigermaßen trockner Witterung im Sommer fast ganz austrocknet.“[70]

Druckfassung in: Kattenvenne? – Kattenvenne! Beiträge zur Geschichte eines Dorfes im Münsterland, hrsg. v.d. Kattenvenne 1312 eG, 2., überarb. Aufl., Lengerich 2013, S. 28–34.

[1] Knapheide, Günter, Der Naturraum Kattenvenne, in: Kattenvenne? – Kattenvenne! Beiträge zur Geschichte eines Dorfes im Münsterland, hrsg. v.d. Kattenvenne 1312 eG, 2., überarb. Aufl., Lengerich 2013, S. 12–27, hier S. 16–18.

[2] Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, Grafschaft Tecklenburg, Akten, Nr. 31.

[3] Der Lienener Rezess von 1656. Faksimile und Edition des ältesten Dokumentes im Gemeindearchiv Lienen (Kreis Steinfurt), bearb. u. hrsg. von Christof Spannhoff, Norderstedt 2010, S. 64.

[4] Katasteramt Steinfurt, 5047-1-01, Nr. 1: Übersichtshandriss 1828; 5047-1-01, Nr. 2: Flurübersicht 1828.

[5] Schiller, Karl u. Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, 6 Bde., Bremen 1875–1881, Bd. III, S. 477.

[6] Zitat ebd.

[7] Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, Grafschaft Tecklenburg, Akten, Nr. 31.

[8] Witt, Fritz, Beiträge zur Kenntnis der Flußnamen Nordwestdeutschlands, Kiel 1912, S. 113.

[9] Schiller-Lübben IV, S. 206.

[10] Kettner, Bernd-Ulrich, Das Namengrundwort siek in Südniedersachsen, in: Niederdeutsches Wort 11 (1971), S. 37–44. Vgl. auch: Schütte, Leopold, Wörter und Sachen aus Westfalen 800 bis 1800, Münster 2007, S. 564.

[11] Herzog, Friedrich, Das Osnabrücker Land im 18. und 19. Jahrhundert. Eine kulturgeographische Untersuchung, Oldenburg i. O. 1938, S. 53–56, S. 78–80 u. S. 141–143.

[12] Osnabrücker Urkundenbuch (OUB), bearb. v. Friedrich Philippi u.a., 7 Bde., Osnabrück 1892–1996, Bd. IV, Nr. 133. Anm. 5: Rückvermerk (?) aus späterer Zeit „dat hus tor A“.

[13] Schiller-Lübben I, S. 1.

[14] OUB IV, Nr. 133.

[15] Katasteramt Steinfurt, 5047-1-01, Nr. 1: Übersichtshandriss 1828; 5047-1-01, Nr. 2: Flurübersicht 1828; 5047-1-04, Nr. 24, Flur 16, Blatt 1: Wieneke 1829.

[16] Schiller-Lübben I, S. 209; Derks, Paul, Die Siedlungsnamen der Stadt Gladbeck in Westfalen. Sprachliche und geschichtliche Untersuchungen, Gladbeck in Westfalen 2009, S. 24f.

[17] Schiller-Lübben I, S. 447f.; Derks, Gladbeck, S. 177, Anm. 1440.

[18] Derks, Paul, Die Siedlungsnamen der Stadt Sprockhövel. Sprachliche und geschichtliche Untersuchungen, Bochum 2010, S. 116–119 u. S. 149–154.

[19] Staubach heißt jetzt „Liene“. Rat beschließt einstimmig Umbenennung, in: Westfälische Nachrichten, Tecklenburger Landbote vom 20. April 2005.

[20] Katasteramt Steinfurt, 5047-1-01, Nr. 2: Flurübersicht 1828.

[21] Schiller-Lübben IV, S. 412.

[22] Schröder, Edward, Bachnamen und Siedlungsnamen in ihrem Verhältnis zueinander, in: Nachrichten von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Phil.-hist. Klasse, Neue Folge, Fachgruppe IV, Bd. 3 (1940-41), S. 1–15, hier S. 4.

[23] Schubert, Ernst, Alltag im Mittelalter. Natürliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander, Darmstadt 2002, S. 42–50; Hesmer, Herbert u. Schroeder, Fred-Günter, Waldzusammensetzung und Waldbehandlung im Niedersächsischen Tiefland westlich der Weser und in der Münsterschen Bucht bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Forstgeschichtlicher Beitrag zur Klärung der natürlichen Holzartenzusammensetzung und ihrer künstlichen Veränderungen bis in die frühe Waldbauzeit, Bonn 1963, S. 128–153.

[24] Von späterer Schreiberhand wurden die beiden Formen Bullinbeke und Bullerbeke, die sich in den Werdener Urbaren finden, im Dokument zu Bullenbeke korrigiert. Derks, Gladbeck, S. 177, Anm. 1438.

[25] Derks, Gladbeck, S. 177.

[26] Ebd.; Schiller-Lübben, I, S. 449.

[27] Hessmann, Pierre, Die Flurnamen des nördlichen und östlichen Kreises Rotenburg (Wümme), Rotenburg (Wümme) 1972, S. 109–111; Scheuermann, Ulrich, Die Flurnamen des westlichen und südlichen Kreises Rotenburg (Wümme), Rotenburg (Wümme) 1971, S. 50f.; Wiswe, Mechthild, Die Flurnamen des Salzgittergebietes. Anhang: die Ortsnamen des Salzgittergebietes, Braunschweig 1970, S. 82.

[28] Katasteramt Steinfurt, 5047-1-01, Nr. 2: Flurübersicht 1828.

[29] Derks, Gladbeck, S. 178f.; Korsmeier, Claudia Maria, Die Ortsnamen der Stadt Münster und des Kreises Warendorf, Bielefeld 2011, S. 301f.

[30] Korsmeier, Ortsnamen, S. 302.

[31] Schmidt, Wilhelm, Geschichte der deutschen Sprache. Ein Lehrbuch für das germanistische Studium, erarb. u.d. Leitung v. Helmut Langner u. Norbert Richard Wolf, 9. verb. Aufl., Stuttgart 2004, S. 224 u. 278; Braune, Wilhelm, Althochdeutsche Grammatik, 14. Aufl., bearb. v. Hans Eggers, Tübingen 1987, § 197.

[32] Derks, Gladbeck, S. 202.

[33] Lienener Rezess, S. 60.

[34] Lasch, Agathe, Mittelniederdeutsche Grammatik, 2., unveränd. Aufl., Tübingen 1974, §§ 371–373.

[35] Schiller-Lübben V, S. 786.

[36] Lasch, Grammatik, § 373, Anm. 1.

[37] Müller, Gunter u. Wagner, Bärbel, Die Flurnamen der Gemeinde Westerkappeln, 2 Bde., Westerkappeln 1993 u. 1995, Bd. 2: Namenerklärungen, S. 330f. Vgl. auch meinen Beitrag zum Kattenvenner Flurnamen Wulversump in diesem Band.

[38] Lasch, Grammatik, §§ 382–385.

[39] Derks, Gladbeck, S. 177f.

[40] Müller/Wagner, Flurnamen, S. 60.

[41] Schiller-Lübben II, S. 283.

[42] Braune, Grammatik § 197; Derks, Paul, Die Siedlungsnamen der Stadt Essen. Sprachliche und geschichtliche Untersuchungen, Essen 1985, S. 162.

[43] Lasch, Grammatik, § 386; Gallée, Johan Hendrik, Altsächsische Grammatik, 3. Aufl.: mit Berichtigungen u. Literatur-Nachträgen v. Heinrich Tiefenbach, Tübingen 1993, § 339. Schmidt, Geschichte, S. 226f.

[44] Scheuermann, Flurnamen, S. 50f.

[45] Hessmann, Flurnamen, S. 111.

[46] Ebd., S. 111, Anm. 82.; Scheuermann, Flurnamen, S. 100.

[47] Lasch, Agathe u. Borchling Conrad, Mittelniederdeutsches Handwörterbuch, fortgeführt v. Gerhard Cordes, 3 Bde., Neumünster u.a. 1959–2004, Bd. 1: Sp. 369.

[48] Weitere Beispiele bei: Derks, Gladbeck, S. 202. Speziell zu Metonymie bei der Bildung von Toponymen: ebd., S. 77f.

[49] Marzell, Heinrich, Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen, 5 Bde., Stuttgart 1943–1979, Bd. 5: Register, Sp. 74.

[50] http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/ST_087, eingesehen 04.04.2012.

[51] Schiller-Lübben I, S. 540.

[52] Marzell, Wörterbuch, Bd. 2, Sp. 355f. u. Sp. 1514.

[53] Ebd.

[54] Ebd., Bd. 4, Sp. 1119.

[55] Schiller-Lübben I, S. 448. Das Wortfeld um bullern, bulderen wird gerade auch im Hinblick auf laute, ungestüme und lärmende Menschen verwendet. Vgl. die angeführten Belege ebd., I, S. 447f.

[56] Marzell, Wörterbuch, Bd. 4, Sp. 1126.

[57] Derks, Paul, Von der Anger bis zum Schwarzbach. Die Gewässernamen des Düsseldorfer Stadtbezirks 5. Sprachliche und geschichtliche Untersuchungen, Düsseldorf 2002, S. 83–86; Ders., Die Siedlungsnamen der Stadt Lüdenscheid. Sprachliche und geschichtliche Untersuchungen, Lüdenscheid 2004, S. 59–61.

[58] Müller/Wagner, Flurnamen, S. 60.

[59] Müller/Wagner, Flurnamen, S. 60, Anm. 143.

[60] Müller/Wagner, Flurnamen, S. 60, Anm. 144.

[61] Schatzungs- und sonstige Höferegister der Grafschaft Tecklenburg 1494 bis 1831, bearb. v. Wolfgang Leesch, Münster 1974, S. 324–360 (Register).

[62] Bahlow, Hans, Deutschlands geographische Namenwelt. Etymologisches Lexikon der Fluss- u. Ortsnamen alteuropäischer Herkunft, Frankfurt a. M 1985, S. 51. Zur Methodik und Arbeitsweise Bahlows und damit auch Wilkens‘, die in krassem Widerspruch zur wissenschaftlichen Namenforschung steht vgl. die Rezensionen: Schützeichel, Rudolf, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 101 (1965), S. 343; Hessmann, Pierre, in: Deutsche Literaturzeitung für Kritik der internationalen Wissenschaft 87 (1966), S. 595-597; Wesche, Heinrich, in: Niederdeutsches Jahrbuch 89 (1966), S. 184–191; Kleiber, Wolfgang, in: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen, Jg. 118, Bd. 203 (1967), S. 285–286; Hartig, Joachim, in: Anzeiger für deutsches Altertum 79 (1968), S. 49-54; Reichardt, Lutz, Nachfolger Hans Bahlows, in: Beiträge zur Namenforschung, N.F. 31 (1996), S. 398–406.

[63] Wilkens, Wilhelm, Lienen. Das Dorf und seine Bauerschaften von der Sachsenzeit bis zur Gegenwart, Norderstedt 2004, S. 327.

[64] Schiller-Lübben III, S. 113.

[65] Schiller-Lübben I, S. 447f. Derks, Gladbeck, S. 177, Anm. 1440.

[66] Die „Kurtze Beschreibung der Uhralten Grafschaft Tecklenburg und der Herschaft Rheda“ des Moritz Meier (um 1685), hrsg. v. Christof Spannhoff, Norderstedt 2008, S. 48.

[67] Katasteramt Steinfurt, 5047-1-01, Nr. 1: Übersichtshandriss 1828; 5047-1-01, Nr. 2: Flurübersicht 1828.

[68] Am Rand: „Welches ist die Normal Breite und Tiefe dieses bachs bey gewöhnlichem Sommerwasserstand? – Die Normal-Breite ist ungefehr 7 Fuß Rheinländisch; und die Tiefe bey gewöhnlichem Sommerwasserstand 1–2 Fuß Rheinländisch.“ [In Preußen zählte ein „Rheinfuß“ 313,85 mm].

[69] Die Angabe ist vermutlich auf die Lage zum Kirchdorf Lienen bezogen.

[70] Gemeindearchiv Lienen, Fach 1, Akte 16.

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